Der Social Entrepreneur: Friedrich Wilhelm Raiffeisen

Heute würde man ihn wohl so nennen, Social Entrepreneur. Und seine Idee ist immer noch modern. Am 30. März 2018 jährt sich der Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen zum 200-sten Mal. Zusammen mit Hermann Schulze-Delitzsch gilt Raiffeisen als Gründungsvater der genossenschaftlichen Idee. „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“ – auf diesem einfachen Gedanken basiert das bis heute überaus erfolgreiche genossenschaftliche Geschäftsmodell.

„Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele.“

Friedrich Wilhelm Raiffeisen

Die Idee der Genossenschaftsbanken und der Genossenschaften im Allgemeinen reicht zurück bis ins Jahr 1846. Es herrschen ein strenger Winter und fast überall in Deutschland auch eine große Hungersnot. Friedrich Wilhelm Raiffeisen, Bürgermeister der Gemeinde Weyerbusch, ist besorgt um die hungernden Familien seiner Gemeinde und schlägt vor, eine Armenkommission zu gründen, um das Mehl auf Vorschuss zu verteilen. So entsteht der „Verein zur Selbstbeschaffung von Brod und Früchten“. 1848 übernimmt Raiffeisen das Bürgermeisteramt der größeren Gemeinde Flammersfeld und gründet dort den „Flammersfelder Hülfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte“. Dieser Verein hilft den Bauern, Vieh, Arbeitsgeräte und Maschinen zu besorgen, und funktioniert nach dem Prinzip: Die Reichen haften mit ihrem Vermögen, die Armen zahlen den Kredit zu einem fairen Zinssatz zurück, wenn sie zu Geld gekommen sind. In Heddesdorf, heute Neuwied, gründet der Sozialreformer als Bürgermeister 1864 den „Heddesdorfer Darlehnskassen-Verein“ und legt damit den Grundstein für die erste ländliche Genossenschaft, die Kredite vergibt und die Zinsgewinne in soziale Projekte steckt.

Genossenschaftsbanken sind aus dieser Idee heraus weit mehr als „nur“ Banken. Sie sind ihren Mitgliedern verpflichtet. Der Kunde findet Genossenschaftsbanken lokal verankert und überregional vernetzt. Sie sind demokratisch organisiert und an genossenschaftlichen Werten orientiert. Diese Eigenschaften sind historisch gewachsen und haben sich über die Zeit fest etabliert. Noch heute zeichnen sich Genossenschaftsbanken durch ihre einzigartige genossenschaftliche Idee aus. Und es sind viele. Laut Angaben des BVR (Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken) gab es Ende 2016 in Deutschland 972 Genossenschaftsbanken mit einer aggregierten Bilanzsumme von 851 Milliarden Euro.

Und wir als TeamBank sind mittendrin: Als Teil der Genossenschaftlichen Finanzgruppe Volksbanken Raiffeisenbanken arbeitete die TeamBank im Jahr 2017 mit 88 Prozent all dieser deutschen Genossenschaftsbanken eng zusammen.

Quelle: Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft e.V., mehr zum Raiffeisen-Jahr 2018 unter https://raiffeisen2018.de/