Learning Journey – Weiterentwicklung à la TeamBank

Wir wollen uns als Unternehmen und die Menschen, die bei uns arbeiten, voranbringen. Deshalb dürfen unsere Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen den Schreibtisch gegen ihren Reisepass eintauschen. Das Konzept hinter unser Learning Journey: Die Teilnehmer planen und steuern ihre Reise in kompletter Eigenverantwortung, eben typisch TeamBank. Sie entscheiden selbst, welche Unternehmen sie besuchen wollen und welche thematischen Schwerpunkte sie dabei setzen. Das Ziel: die persönliche Weiterentwicklung, das Sammeln von neuen Erfahrungen sowie neue Einblicke, wie unternehmerisches Gestalten anderswo gelebt wird. Am Ende wird betriebsintern abgestimmt: Wer am meisten überzeugt, darf die Koffer packen. Hier könnt ihr die Erfahrungsberichte unserer letzten zwei Learning Journeys nachlesen. Freut euch auf zwei motivierte Teams, eine Welt, die immer weiter zusammenwächst – und jede Menge Flugmeilen.

Alexander und Martin: Wettlauf um Innovationen

Wir sind in London und San Francisco der Frage auf den Grund gegangen, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf unsere Arbeitswelt hat.

Für die erste Station unserer Learning Journey wagten wir uns nach London – mitten ins Herz des europäischen Finanzwesens.  Auf dem Programm standen Besuche beim Innovation Center von VISA,  dem Fintech-Dienstleister 11:FS sowie der Munich RE im Startupbootcamp. Die spannende Frage: Wie unterschiedlich gehen diese drei Unternehmen das Thema Digitalisierung an?

VISA fokussiert sich bei der digitalen Transformation auf das Kerngeschäft – und treibt die Themen immer im Rahmen eines Co-Creation Ansatzes: smarte Lösungen für kleine und große Bezahlvorgänge im Alltag. Das geht vom biometrischen Fingerabdruck als Zahlungsmittel bis hin zum smarten Einkaufswagen, bei dem das Einscannen an der Kasse entfällt.

11:FS konnte uns mit seinem innovativen Geschäftsmodell beeindrucken und ist ein Musterbeispiel für Skalierbarkeit im digitalen Zeitalter: „Fintech as a Service“ (FaaS) wird bei 11:FS konsequent zu Ende gedacht. Der Erfolg spricht für sich: Immer mehr Banken und Versicherungen lassen sich von Dienstleistern wie 11:FS eigene Fintechs auf den Leib schneidern, die losgelöst von den Strukturen des Mutterkonzerns agieren.

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt dabei die Munich RE im Startupbootcamp, wo vor Ort aktives Innovation Scouting mit Blick auf die Digitalisierung des Unternehmens betrieben wird – interessanterweise in Kooperation mit 17 weiteren Versicherungsunternehmen.

Weiter ging es ins Silicon Valley, wo wir uns mit Mostafa Akbari (Mo) von Holobuilder trafen. Sehr inspirierend fanden wir sein Mindset, das typisch für die dortige Start-Up-Szene ist: Ursprünglich lag der Fokus des Unternehmens auf Augmented und Virtual Reality. Weil sich in den typischen Anwendungsbereichen aber kein Geld verdienen ließ, warf Mo seine Technologie auf den freien Markt. Zu seiner Überraschung stieß er in der Baubranche auf die größte Nachfrage. Bauleiter und Architekten nutzen die Software von Holobuilder mittlerweile, um auf Großbaustellen zentimetergenaue Nachmessungen durchzuführen, ohne dabei selbst vor Ort sein zu müssen.

Fazit: Wir waren zutiefst beeindruckt, wie radikal Themen angegangen werden, von dem Tempo, in dem dort Ideen geboren werden, die es innerhalb kürzester Zeit zur Marktreife bringen und die das Potenzial haben, unseren Alltag radikal zu verändern.

Christian und Martin: Banking und Payment im Zeitalter der Digitalisierung

Unsere Learning Journey erstreckte sich quer über drei Kontinente. Dass Globalisierung und Digitalisierung dabei Hand in Hand gehen, wurde unter anderem daran deutlich, dass wir in London einen chinesischen Konzern besuchten und in Singapur über eine Bankgründung in Indien sprachen.

Der erste Programmpunkt unserer Reise war ein Besuch bei Alipay in London. Es war überwältigend (und stellenweise auch durchaus erschreckend) einen Einblick in dieses spezielle Ökosystem mit seinen eigenen Regeln und seinen 520 Millionen (!) Usern zu gewinnen. Die Verknüpfung des sozialen Status mit der Bonität oder Features wie Smile to Pay wirken für die meisten Europäer erst einmal befremdlich – aber wer weiß, in welche Richtung sich unsere Kultur weiterentwickeln wird?

Am anderen Ende der Welt sprachen wir anschließend in Sydney mit der NAB über die Herausforderungen der Digitalisierung. Intern hat die Bank dabei drei Kernthemen für sich definiert: Leadership Issue, Skill Issue und Tech Issue. Wir waren uns einig: Für die digitale Transformation braucht es einen ganzheitlichen Kulturwandel, der auch auf Führungsebene vorgelebt werden muss. Etwas spielerischer im wahrsten Sinne des Wortes ging es bei Spinify zu: Dort werden Gamification-Ansätze für Unternehmen entwickelt. Der Wettbewerbscharakter soll dabei die Leistung der Mitarbeiter steigern – das Unternehmen legt aber Wert darauf, dass Gamification am Arbeitsplatz nicht mit extrinsischer Motivation, also zum Beispiel Bonuszahlungen kombiniert werden sollte.

Für die letzte Station unserer Learning Journey besuchten wir das DBS Innovation Center in Singapur. Dort hat man sich ein bemerkenswert hohes Ziel gesteckt: von einem reinen Bank- möchte man sich zu einem Tech-Unternehmen wandeln und mit den großen Playern auf Augenhöhe spielen. Dieses ambitionierte Projekt trägt den Namen „Gandalf“ (Google, Amazon, Netflix, DBS, Apple, LinkedIn, Facebook). Ein großer Schritt in diese Richtung war der Launch der Digibank in Indien – eine zu 100 % digitale Bank ohne Papier. Bemerkenswert fanden wir hier die Antwort auf unsere Frage, warum sich DBS mit Indien einen bis dato unbekannten Markt für das Projekt gesucht hat: Im Falle des Scheiterns wäre das dann wenigstens dort geschehen, wo man relativ unbekannt ist, und keinen guten Ruf zu verlieren hat. In diesem Sinne: Fail better!

Fazit: An der Digitalisierung führt kein Weg vorbei – das scheint mittlerweile bei allen Unternehmen weltweit angekommen zu sein. Aber die Umsetzung muss pro-aktiv angegangen werden, will man nicht ins Hintertreffen geraten.