Bundesländer-Vergleich: Finanz-Asse leben in Hessen

Studie zeigt, wo die Menschen ihr Wissen in Geldangelegenheiten als besonders gut einschätzen und wo Nachholbedarf besteht

„In Finanzdingen kenne ich mich gut aus“ – das sagen besonders viele Hessinnen und Hessen von sich. Auch die Brandenburgerinnen und Brandenburger fühlen sich überdurchschnittlich firm in Geldangelegenheiten. In Berlin, dem Saarland und Baden-Württemberg kennen sich die Menschen hingegen am schlechtesten in Finanzfragen aus. Das geht aus dem Bundesländer-Vergleich hervor, der im Rahmen der repräsentativen Studie „Liquiditätsbarometer 2021“ erhoben wurde. Dafür hat die TeamBank mehr als 3.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger befragen lassen.

Demnach schätzen 71 Prozent der Hessinnen und Hessen ihre Finanzkenntnisse als gut ein und damit fünf Prozentpunkte mehr als bundesweit. Dahinter folgt Brandenburg mit 70 Prozent. Etwas schlechter schneiden das Saarland und Baden-Württemberg ab, wo nur 60 Prozent der Befragten ihr Finanzwissen als gut einstufen. In Berlin sind es lediglich 58 Prozent.

Hessinnen und Hessen sind bei ihren Ausgaben wegen Corona besonders spontan

Eine Finanzstrategie der Hessinnen und Hessen: 51 Prozent von ihnen – und damit zehn Prozentpunkte mehr als bundesweit – tätigen wegen Corona Ausgaben wie zum Beispiel Reisen oder Freizeitaktivitäten spontaner als zuvor. Das gilt auch für die Menschen in Brandenburg, von denen 47 Prozent finanzielle Entscheidungen in diesen Bereichen verstärkt kurzfristig treffen. In Rheinland-Pfalz machen das hingegen nur 30 Prozent, im Saarland sind es 35 Prozent.

Besonders oft haben die Bremerinnen und Bremer ihr Finanzverhalten in der Corona-Krise umgestellt: 55 Prozent sind bei ihren Ausgaben spontaner und 44 Prozent haben Geld zurückgelegt, um sich hinterher etwas zu gönnen, etwa einen Urlaub oder einen teuren Restaurantbesuch. So sind auch 30 Prozent der Hessinnen und Hessen sowie 32 Prozent der Brandenburgerinnen und Brandenburger vorgegangen. Das entspricht ungefähr dem Bundesdurchschnitt von 31 Prozent.

Zahlungsmoral ist in Brandenburg besonders hoch

Um die eigene Finanzsituation im Blick zu behalten, ist das Haushaltsbuch eine bewährte Methode. Besonders beliebt ist dieses Konzept in Sachsen-Anhalt, wo 38 Prozent der Menschen ihre Einnahmen und Ausgaben so festhalten. Das sind acht Prozentpunkte mehr als bundesweit. Dahinter folgt Thüringen (35 Prozent). Auch 33 Prozent der Brandenburgerinnen und Brandenburger sowie 30 Prozent der Hessinnen und Hessen nutzen ein Haushaltsbuch. Im Saarland gilt das nur für ein Viertel der Befragten.

Die Menschen in Brandenburg zeichnen sich auch durch eine besonders hohe Zahlungsmoral aus. 90 Prozent von ihnen begleichen Rechnungen sofort, wenn sie diese erhalten haben. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Bundesschnitt. Auch in Sachsen (91 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (90 Prozent) ist diese Strategie weit verbreitet. In Hessen gilt das immerhin noch für 83 Prozent der Befragten. Schlusslicht in dieser Kategorie ist Baden-Württemberg, wo ein Fünftel sich beim Bezahlen gerne Zeit lässt.

„Es gehört zu den wichtigsten finanziellen Grundlagen, mit dem eigenen Geld vernünftig hauszuhalten und unnötige Kostenfallen zu vermeiden“, sagt Frank Mühlbauer, Vorstandsvorsitzender der TeamBank AG. „Die Studienergebnisse zeigen zudem, dass Corona bei vielen Menschen die eigene Finanzplanung durcheinandergewirbelt hat. In den letzten Monaten hat sich Spontanität aufgrund der häufig wechselnden Regelungen oftmals ausgezahlt, wie zum Beispiel bei der Buchung von Flügen, Hotels und anderen Freizeitaktivitäten.“

Marc-Olivier Weber

Pressesprecher TeamBank AG

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