Finanzen im Klassenzimmer?

von Janine Teupert, Kommunikation

Laut dem statistischem Bundesamt gibt es beim Thema Überschuldung einen großen Unterschied zwischen Jung und Alt. Während der Hauptgrund für Überschuldung bei den unter 25-Jährigen mit knapp 27 Prozent eine unwirtschaftliche Haushaltsführung ist, ist dies bei den über 65-Jährigen nur bei gut acht Prozent der Fall.

Die Förderung finanzieller Bildung ist demnach insbesondere für junge Menschen überaus relevant. Aber wo können bereits Kinder und Jugendliche etwas über Kostenfallen, Budgetplanung und viele weitere Finanzthemen lernen?

Die Stiftung Deutschland im Plus, welche von der TeamBank im Jahr 2007 gegründet wurde und bis heute unterstützt wird, stellt Workshops und Lernmaterial für Schulen zur Verfügung. Lehrerinnen und Lehrer können sich einfach an die Stiftung wenden und kostenfrei Kurse buchen, die aktuell online während der Unterrichtsstunden durchgeführt werden. Die Workshops werden je nach Alter der Schüler angepasst.

Ich durfte an einem Workshop teilnehmen und erzähl euch hier von meinen Erfahrungen:

Ein kurzer Stolperstein am Anfang war das Finden des Einwahllinks. Doch nach zwei Minuten war das Problem gelöst und es konnte losgehen. Viel schneller als die meisten Lehrer zu meiner Zeit einen Videorekorder bedienen konnten. Bitte mit Humor nehmen…

Die Influencerin Hazel vom YouTube-Kanal Pocket Money war immer wieder durch kleine Videos präsent. Ich schaue mir ihre Videos auch privat an und habe mich deshalb gar nicht wie in einer Situation empfunden, in der ich Fakten über finanzielle Bildung lerne. Zudem wurde durch Übungen und Experimente das Wissen erlebbar gestaltet. So wurde uns zu Beginn mithilfe von zwei Testreihen aufgezeigt, wie schnell gewisse Marketingstrategien, so wie die Null-Prozent-Finanzierung, das Kaufverhalten beeinflussen können. Durch Umfragen und Zeit für eigene Erfahrungen konnten sich alle Schüler mit einbringen.

Lustige Gesichter auf dem Whiteboard waren altersentsprechend natürlich on Point. Ich habe mich direkt wieder in meine Schulzeit zurückversetzt gefühlt. Die interessierten und konstruktiven Beiträge überwogen hier aber und dementsprechend positiv war auch das Feedback der Jugendlichen am Ende des Workshops.

Klar weiß ich mit meinen 26 Jahren bereits einige Dinge mehr als die Zielgruppe des Workshops – hoffe ich zumindest. Doch ich bin sicher mein 16-jähriges Ich wäre mit einem guten Gefühl aus dem Workshop und vermutlich in ein bis zwei Kostenfallen weniger getappt. Man merkt, die Leute, die den Workshop entwickelt haben, haben sich Gedanken gemacht, wie das Wissen am besten vermitteln werden kann und viele visuelle Elemente eingebaut, sodass auch das Online-Format überhaupt keinen Nachteil bot.

Wenn ihr Interesse an den Workshops der Stiftung habt informiert euch gerne auf der Stiftungsseite.